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I’ll always remember the road I travel

Das Leben führt mich immer wieder nach Jerusalem – Studienjahr als Anfang, als Auftakt für die Liebe zu einem Land, von der dieser ganze Blog vermutlich spricht. Jerusalem aber war auch der Auftakt für mein tiefes Bedürfnis, an verschiedenen Orten zu studieren. Deswegen bin ich momentan für ein Jahr in den USA – und auch von hier aus wird gebloggt unter Annika meets Burger.  Herzliche Einladung auch diesem Blog zu folgen 🙂

Dem Arak bleibe ich natürlich dennoch treu, an Weihnachten geht es wieder nach Jerusalem, zuvor aber sind der Burger und ich gute Freunde geworden und mir gefällt es prima im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“.

Bis bald irgendwo auf dieser schönen Welt!

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Dass nichts bleibt, dass nichts bleibt wie es war…

Der vorherige Eintrag sollte eigentlich mein letzter Blogeintrag gewesen sein. Von vielen Leuten wurde mir gesagt, wie gern sie diesen Blog gelesen haben und dass sie gerne einen „nach-Israel“ Blog hätten. Doch das hier soll tatsächlich mein Studienjahrsblog sein und bleiben und deswegen habe ich mich entschlossen, unter http://www.weltenbummlerinunterwegs.wordpress.com einen neuen Blog einzurichten – dieser wird sicherlich nicht so regelmäßig geführt werden wie Annikameetsarak, aber ich habe durch die Zeit in Israel meine Lust am Reisen (und auch am Schreiben) neu entdeckt. Wenn der liebe Gott uns schon diese schöne Welt geschenkt hat, dann will ich sie mir auch angucken! Und wer möchte, darf gerne an eben genannter Stelle mit mir zusammen ebendiese Welt entdecken.

Meine Gedanken sind immer noch ständig in Jerusalem. Dabei erscheint es fast wie in einem anderen Leben. Wie eine Ewigkeit scheint es her zu sein, dass ich an der Dormitio war.

Ich vermisse es, meinen Wecker um 6:30 Uhr zu hören und als erstes die Berge Jordaniens und die aufgehende Sonne zu beobachten, bevor ich mich auf den kurzen Weg in die Abtei begebe um den Tag mit der Konventsmesse zu beginnen. Ich vermisse es mit meinen Studienjährlern im Vorlesungssaal zu sitzen und in der Pause schnell aufs Zimmer zu flitzen – oder in Richtung Speisesaal, wo ein leckerer Kuchen von Nana steht oder ein frisch gefüllter Obstkorb. Ich vermisse meine Studienjährler, ihre Witze und Umarmungen, ihre Gespräche und Pläne, ihre Diskussionen und all das, was jeden einzelnen und die Gruppe ausmacht. Ich vermisse die bis an den Rand gefüllten Stundenpläne und das Haare-Raufen, wenn ich mir überlege, wie ich all das schaffen soll, was in der Woche ansteht. Ich vermisse die Stundengebete in der Abtei und die Mönche, ihr Singen, Gebet und ihre Musik, die Gespräche und das Lachen mit ihnen. Ich vermisse die verwinkelten Straßen der Altstadt, den frisch gepressten Granatapfelsaft, die Düfte und Menschen, die gleichermaßen durch den Suq ziehen und als Gegensatz dazu die weitläufige Jaffa-Street und die Mamila mit ihrem modernen Ambiente. Ich vermisse die Zwischenstops beim jüdischen Bäcker und die Klagemauer mit ständig anhaltenden Gebet, das mir dort jedes Mal aufs Neue kurz den Atem raubt. Ich vermisse den Ölberg und den Blick von Dominus flevit auf die Altstadt genauso wie ich den Weg von der Neustadt entlang der Altstadtmauer hinunter zum Jaffa-Tor vermisse und dabei stets auf die Dormitio schaue. Ich vermisse so vieles, dass es mir immer wieder die Tränen in die Augen und einen dicken Kloß in den Hals treibt. Besonders an einem Hochfest wie Pfingsten war es der Fall – wie gerne hätte ich das ganze Kirchenjahr einmal an der Dormitio gefeiert! Und wie sehr entschwebten meine Gedanken, als wir im Freiburger Münster zur Pfingstvesper Psalm 147 beteten. Wie sehr entschweben jedes Mal meine Gedanken, wenn in Lesung, Evangelium, Psalmen oder sonstigen Texten in der Liturgie das Wort „Jerusalem“ auftaucht! Da sehe ich sie vor mir stehen, die Stadt, die leuchtet wie Gold. Dann schaue ich bei allen Fluggesellschaften nach und überlege, für wann ich den nächsten Flug buchen soll.

Schnell habe ich mich an Deutschland „gewöhnt“ und bin mit meinem Denken, Handeln und Fühlen doch noch so sehr in einem anderen Land. Ich sage „Joffi“, wenn ich „gut, okay“ meine, betrete einen Raum mit einem „Sahlom“ und ich spreche ein langgezogenes „toooooov“, wenn ich sagen will: „gut, schön!“. Ich schiebe mich an Menschen auf der Straße vorbei und erwische mich, wie ich dies mit einem „slicha“ und nicht mit „Entschuldigung“ auf den Lippen tue. Ich rechne beim Einkaufen von Euro in Schekel um und bewerte nach israelischen Währungsmaßstäben. Ich suche verzweifelt nach den Shops in der Altstadt, nach dem freundlichen und oft auch leicht aufdringlichen Rufen der Geschäftsinhaber. Ebenso suche ich oft vergeblich nach dem Lächeln im Gesicht der Menschen, denen es doch in Deutschland so gut geht und die ihr Leben dennoch nicht mit der gewissen Leichtigkeit leben können, wie sie ihr Israelis und Palästinensern innewohnt. Ich wundere mich über Maßstäbe, die hier gesetzt werden und denke mir: lieber in einem leicht ramponierten Sherut sitzen als mich über die fünfminütige Verspätung der Deutschen Bahn aufregen. Ich habe so viel an der deutschen Mentalität auszusetzen, dass ich mir fast schlecht dabei vorkomme. Die riesigen deutschen Supermärkte stellen eine Überforderung dar: wo finde ich hier was? Was ist aus den kleinen Straßenshops geworden? Ich wache früh morgens auf und wundere mich, warum der Muezzin nicht singt. Ich vermisse die singenden Menschen und die laute arabische Sprache, wenn ich durch die Stadt laufe. Ich halte Ausschau nach dem bunten Gewusel der verschiedensten Menschen und finde es einfach nicht. Ich vermisse die Juden mit Kippa oder Pelzhut, die kleinen Jungen mit langen Schläfenlocken und die Frauen in ihren schwarzen Röcken und mit zurückgebundenem Haar und freue mich jedes Mal, wenn ich hier eine arabische Frau mit Kopftuch sehe – sie vermittelt mir ein Gefühl von Heimat und ist Zeichen für einen Islam, den ich in Israel so zu bewundern und schätzen gelernt habe. Ich sehe mit Besorgnis die Nachrichten über die arabische Welt im Fernsehen und fühle mich den Geschehnissen so nahe. Ich stelle ständig fest, dass es hier nirgends einen Eiskaffee gibt, der an den Ice splended Mocca vom Kaffeeladen in der Jaffa heranreicht. Ich merke in fast jedem Gottesdienst, wie „liturgieverwöhnt“ ich an der Dormitio geworden bin und rege mich darüber auf, wenn die Heilige Messe nicht so zelebriert wird, wie es die Universalkirche tut und das Messbuch es vorschreibt. Ich sehne mich nach der Liturgie in der Dormitio. Ich sehne mich nach der warmen Sonne des Orients, die über Israel scheint und nach der Dachterrasse, auf der eine kühlende Brise weht. Ich sehne mich nach dem Gefühl, genau am richtigen Platz zu sein, an dem Ort, wo ich hingehöre. Ja, ich habe furchtbares Heimweh nach Jerusalem. Heimweh und eine Sehnsucht, die erst dann gestillt wird, wenn ich wieder einmal in Tel Aviv landen und im Sherut nach Jerusalem sitzen werde.

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Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem…

Heute vor zwei Wochen ging mein Rückflug von Tel Aviv nach Frankfurt, seitdem bin ich wieder in Deutschland. Herzlich wurde ich von meiner Familie empfangen und blieb dann einige Tage in Köln, um Familie und Freunde zu treffen. Danach fuhr ich nach Freiburg und habe nun auch meine neue Bleibe bezogen – in meinem Zimmer sieht es zugegebenermaßen noch sehr chaotisch aus, aber das wird sich auch geben, wenn mal alle Kisten ausgepackt sind.

Am Anfang hatte ich einen kleinen Kulturschock: Deutschland ist so sauber, symmetrisch, pünktlich. Deutschland ist so gar nicht wie Israel. Und doch ist hier alles so wie immer. Ich gehe durch bekannte Straßen, treffe alte Freunde wieder – nichts hat sich verändert. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass doch nichts so ist wie noch im August vergangenen Jahres. Dann stelle ich fest:  Ich bin diejenige, die sich verändert hat.

Von allen Seiten werde ich gefragt: Und, wie war es? Mittlerweile habe ich einen Standardsatz, den ich auf diese Fragen herunterspule. Denn ganz ehrlich: Wie soll ich die letzten acht Monate kurz und knapp zusammenfassen? Deswegen sage ich immer nur: Schön war’s!

Die Zeit in Jerusalem kommt mir fast unwirklich vor. Es ist so, als ob ich nur geträumt hätte – und jetzt wieder aus diesem wundervollen Traum aufwachen musste. Mein Blick auf Deutschland ist noch verschleiert: Bin ich tatsächlich schon aufgewacht? Dabei kam mir die Zeit in Jerusalem so echt und lebendig vor wie keine andere Zeit in meinem Leben. Ist vielleicht Deutschland nur der Traum und ich wache morgen wieder in meinem Bett im Beit Josef auf? Es ist so, wie man es mir sagte: Der Körper ist zwar hier in Deutschland, aber die Seele kann man nicht einfach ins Flugzeug setzen und in vier Stunden ankommen lassen. Sie ist zu Fuß unterwegs. Ich glaube, dass meine Seele sich immer noch an einem wunderschönen Fleckchen Erde auf dem Zionsberg in Jerusalem befindet. Und ich weiß nicht, wann sie vorhat den Heimweg anzutreten.

Momentan merke ich, dass ich nicht zu viel über Jerusalem nachdenken kann und darf: Ja, ich erzähle davon, aber ich versuche mir die Orte, Begegnungen und Begebenheiten nicht wirklich vorzustellen. Würde ich das tun, so würde ich vermutlich jedes Mal in Tränen ausbrechen. Ich versuche ein wenig, die Zeit zu verdrängen – nicht, weil ich nicht gerne daran zurückdenken möchte, sondern weil mir sonst jedes Mal aufs Neue klar wird, dass sie nun vorbei ist.

Doch eigentlich weiß ich, dass das Studienjahr nur der Anfang war. Die Zeit auf dem Zion kann mir niemand mehr nehmen: und sie geht weiter. Ich werde, da bin ich mir sicher, immer wieder an den Ort zurückkehren, der mir zur Heimat geworden ist. Und derweil geht das Leben in der alten und neuen Heimat weiter – und auch hier ist es schön.

Hiermit ist nun der letzte Blogeintrag auf „Annikameetsarak“ geschrieben und veröffentlicht. Ich danke allen fürs Hereinschnuppern oder regelmäßiges Verfolgen der Einträge, fürs Mitlesen, Miterleben und Mitteilen der Gedanken, die dabei so aufkamen, fürs Mitfreuen, Mitlachen und vielleicht auch manchmal fürs Mitweinen über dieses Heilige Land, dem man den Frieden, von dem es so weit entfernt ist, doch so sehr wünscht – wenn ich ein Stück israelisches Gefühl in die deutschen Wohnzimmer bringen konnte, dann hat es sich gelohnt, diesen Blog zu schreiben. Und mir selbst hat es auch geholfen: Hier konnte ich meine Erlebnisse verarbeiten und ordnen. Es hat mir großen Spaß gemacht, Euch und Ihnen Anteil geben zu dürfen am 39. Theologischen Studienjahr: Denn geteilte Freude ist doppelte Freude.

Wenn ich nun durch die Straßen ziehe, dann sehe ich die Freiburger Straßen und Menschen. In meinen Gedanken aber tauchen immer wieder Bilder von Jerusalem und besonders von der Dormitio auf. Voll Dankbarkeit und mit einem gewissen Grad an Traurigkeit schaue ich mir dann die Filme an, die sich in meinem Kopf abspielen.

Wenn ich dich je vergesse, oh Jerusalem… (Ps 137,5) – nein, das wird nicht geschehen.

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Niemals geht man so ganz

Es ist mein letzter Abend in Jerusalem, morgen geht es wieder nach Deutschland: Unser Studier- und Wohnhaus hat sich ganz geleert, ich bin die letzte verbliebene Studentin im Haus. Den ganzen Tag bin ich mit dem Wort „letzte/r/s“ im Kopf durch die Gegend gelaufen: Meine letzte Sonntagsmesse, einen letzten Eiskaffee in der Dormitio-Cafeteria, die letzte Vesper, ein letzter Spaziergang durch die vertraut gewordenen Gassen Jerusalems, das letzte Abendbrot im Speisesaal, die letzte Komplet, ein letztes Mal den Blick von der Dachterrasse aus genießen – die Liste könnte ewig weitergehen. Immer wieder kommen mir Momente der letzten acht Monate hoch: Ich bin doch erst vor Kurzem gelandet und in Jerusalem angekommen…

Was und wen ich vermissen werde?

… die Frühmesse um 7.15 Uhr in der Abtei – welch wundervoller Start in den Tag!

… Studienjährler, auf die man sich überall und immer verlassen kann: Die die Hand reichen, aufbauen, lachen, lernen, studieren, singen, diskutieren, abstimmen …

… die Stundengebete bei den Mönchen. Jede einzelne. Nun gut, die Laudes nicht so sehr, da war ich fast nie. Aber Mittagshore, Vesper und Komplet, die traumhaft schöne Vigil am Samstag Abend.

… Kantorendienste in der Sonntagsmesse und anschließende Schwätzchen in der Cafeteria.

… Cafeteria-Besuche – mit Dormition Cake, Eiskaffee und einer kuscheligen Couch.

Wer singe Püngel schnürt  söök wo'e hinjehührt  hätt wie ne Zochvuel nit nur ei Zohuss.

Wer singe Püngel schnürt
söök wo’e hinjehührt
hätt wie ne Zochvuel nit nur ei Zohuss.

… Ansagen und Abstimmungen nach den Mahlzeiten.

… Ziellos durch den Suq streifen, in aller Ruhe die Düfte und Auslagen an sich vorbeiziehen lassen.

… Die Mönche der Abtei, die einfach immer da waren, ein offenes Ohr und ein großes Herz für alle Belange haben und mit denen ich in Liturgie, Gesprächen und Musik unvergessliche Stunden verbringen durfte.

… Der Blick auf die Dächer der Altstadt von meinem Lieblingsplatz aus.

Ich mag diesen Blick einfach besonders gerne!

Ich mag diesen Blick einfach besonders gerne!

… kreative Tischgebete: „Lieber Gott, wir danken Dir, dass Du uns mit diesem Essen nicht vergessen lässt, dass wir uns noch in den Kartagen befinden“, „Guter Gott, hab Dank für das Essen. Und einen schönen Tag noch!“ Oder wir singen halt irgendwas. Vielleicht sierra madre del sur?

… Stromausfall, nicht funktionierende Heizungen, überflutete Gebäudeteile.

… die spannenden Vorlesungen und die Zeiten, die man mit den Professoren verbringt und sie als „ganz normale Menschen“ kennenlernt: beim Bier, auf der Dachterrasse, beim Abspülen in der Küche, beim Nutella-Banane-Essen, auf Exkursionen, Wanderungen, und und und.

… singende und tanzende Studienjährler.

Manchmal darf ich auch Gitarre spielen - allerdings beherrsche ich nur die ersten Akkorde von "Smoke on the water" - diese spiele ich aber wieder und wieder und wieder. Und zwar voller Inbrunst!

Manchmal darf ich auch Gitarre spielen – allerdings beherrsche ich nur die ersten Akkorde von „Smoke on the water“ – diese spiele ich aber wieder und wieder und wieder. Und zwar voller Inbrunst!

… das täglich etwa zwanzigmal abgeschossene Feuerwerk aus verschiedenen Privathäusern bei Tag und Nacht, dessen Sinn, Zweck und Funktion ich bis heute nicht ergründen konnte.

… „meinen“ Armenier, der auch dann geöffnet hat, wenn die Juden Schabbat haben und mir stets den leckeren Arak verkauft.

… Die Frage, ob man den Reisepass mit auf die Exkursion nehmen muss. Und wie viel Wasser benötigt wird.

… Schabbat-Gottesdienst in der Reformsynagoge.

… durch den Garten rüber zur Abtei zu laufen: bei Wind und Wetter!

… Exkursionsfood:  Pita, Hummus, Käse und Gurken. Zitronenschnittchen. Und Butterkekse.

… Muezzin, Kirchenglocken und Schabbat-Sirene.

Die schönste Kirche Jerusalems ist natürlich die Dormitio!

Die schönste Kirche Jerusalems ist natürlich die Dormitio!

… Arbeitssessions im Vorlesungssaal, die irgendwann unterbrochen werden mit Tänzen, Herr der Ringe-Zitaten und Schabbatliedern.

… Chorproben im Vorlesungssaal – gerne auch bei Stromausfall oder nach einem 12-Stunden-Tag Uni.

… Diese Abende, wo man nach dem Spülen im Speisesaal versackt bei Bier, Nutellabanane und ewig langen Gesprächen.

… Unsere Dachterrasse, die so einen schönen Ausblick hat!

Zum Beispiel kann man auf den Ölberg schauen.

Zum Beispiel kann man auf den Ölberg schauen.

… Tiefgefrorenes Brot zum Frühstück und zum Abendessen. Außerdem die Frage, um was für Früchte es sich denn dieses Mal im Obstkorb handelt.

… Spüldienst mit Spülteam 3, welches auch den Namen „die Sprachlosen“ oder wahlweise „Annika and the Protestants“ trägt.

… Sechskammertore, Miqwen und wegerodierte Mauern.

… Eilig durch den Suq hetzen und sich denken: wäre ich doch nur außen rum gelaufen!

… Die Stunden im Vorlesungssaal außerhalb des Pflichtprogrammms, die immer mehr als nur lustig waren.

… Yalla, Yalla! You wanna see my shop? Sorry, are you Deutsch?

Das gelbe Harmonie-Zimmer unterwegs in Akko.

Das gelbe Harmonie-Zimmer unterwegs in Akko.

… Goldstar für 8 NIS im Beit Joseph und für den dreifachen Preis in der Neustadt.

… Yalla, shabab! Exkursionsgang 2 einlegen!

… dass Jerusalem auch abends bei Nieselregen nicht wirklich dunkel wird. Der helle Jerusalem-Stein und ein leicht bewölkter Himmel lässt die Stadt auch dann erstrahlen, wenn sie nur von Straßenlaternen erhellt wird.

… Jerusalem: Eine Stadt, mit der man wahrlich nicht zu Rande kommt!

… und so vieles mehr, was ich jetzt gar nicht alles aufschreiben kann.

Momentan ist es nur ein vollkommen absurdes Gefühl: Das Studienjahr ist vorbei? Ich muss weg von der Dormitio? Ich kann das noch nicht richtig fassen und bin unendlich traurig.

Das Logo des 39 Theologischen Studienjahres auf der Wand des Tunnels, der Abtei und Studienhaus miteinander verbindet.

Das Logo des 39. Theologischen Studienjahres auf der Wand des Tunnels, der Abtei und Studienhaus miteinander verbindet.

Von ganzem Herzen möchte ich DANKE sagen für acht Monate, die so unglaublich lehrreich, intensiv, voller Lebensfreude und wundervoll waren: DANKE, meine lieben Menschen vom 39. Theologischen Studienjahr, dass ich mit euch zusammen diesen Weg gehen durfte. DANKE, liebe Mönche von der Dormitio, dass ihr mir eine geistliche Heimat geboten habt und ich mich immer willkommen gefühlt habe! Ich kann euch nicht sagen, wie sehr ihr mir alle fehlen werdet. DANKE für diese acht Monate, an denen ich versucht habe Euch Blogleser teilhaben zu lassen – und oftmals haben mir die Worte gefehlt. Sie fehlen mir auch jetzt. Deswegen ist es gut, dass ich als Kölnerin auf einen Liedschatz zurückgreifen kann, der für jede Lebenssituation etwas hergibt:

Ich weiß, dass es kein Abschied für immer ist, sondern nur ein Abschied auf Zeit: Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier. Nie verlässt man sich ganz, irgendwas von Dir geht mit. Es hat seinen Platz immer bei mir…

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Yerushalayim shel zahav

Avir harim tzalul kayayin vereiach oranim, Nisa beru’ach ha’arbayim im kol pa’amonim. 

Die Luft der Berge ist klar wie Wein, Und der Duft der Pinien schwebt auf dem Abendhauch. Und mit ihm, der Klang der Glocken.

Die Luft der Berge ist klar wie Wein,
Und der Duft der Pinien
schwebt auf dem Abendhauch.
Und mit ihm, der Klang der Glocken.

Uv’Tardemat Ilan vaEven schwujah baChalomah, Ha’Ir ascher badad joscheweth uweLibah Chomah.

Und im Schlummer von Baum und Stein, gefangen in ihrem Traum; liegt die vereinsamte Stadt und in ihrem Herzen eine Mauer.

Und im Schlummer von Baum und Stein, gefangen in ihrem Traum;
liegt die vereinsamte Stadt
und in ihrem Herzen eine Mauer.

Jeruschalajim schel Sahaw veschel Nehoscheth veschel Or, halo lekhol Schirajikh, ani Kinor.

Jerusalem aus Gold und aus Kupfer und aus Licht, lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Eikhah jawschu Boroth haMajim, Kikar haSchuk rekah. Ve-ein poked et Har haBajith ba’Ir ha’atikah.

Wie vertrocknet die Brunnen sind, wie leer der Marktplatz. Keiner, der den Tempelberg besucht, in der alten Stadt.

Wie vertrocknet die Brunnen sind,
wie leer der Marktplatz.
Keiner, der den Tempelberg besucht, in der alten Stadt.

UwaMearoth ascher baSelah mejalelot Ruchoth, veein jored el Jam haMelach beDerekh Jeriho. 

Und in den Höhlen der Felsen, heulen die Winde. Und es gibt keinen, der hinabstiege zum Toten Meer, auf der Strasse nach Jericho.

Und in den Höhlen der Felsen, heulen die Winde.
Und es gibt keinen, der hinabstiege zum Toten Meer, auf der Strasse nach Jericho.

Jeruschalajim schel Sahaw veschel Nehoscheth veschel Or, halo lekhol Schirajikh, ani Kinor.

Jerusalem aus Gold und aus Kupfer und aus Licht, lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Akh beWo’i haJom laschir lakh velakh likschor K’tarim. Katonti mi-ze’ir bana’ikh U-me-aharon ha-meschorerim.

Aber als ich heute kam, um für Dich zu singen, und Dir Kronen zu binden, da bin ich doch das geringste all Deiner Kinder, der letzte dem es zustünde, Dich zu besingen.

Aber als ich heute kam, um für Dich zu singen,
und Dir Kronen zu binden,
da bin ich doch das geringste all Deiner Kinder, der letzte dem es zustünde, Dich zu besingen.

Ki schemekh zorev et ha-sefatajim Ke-neschikat saraf. Im eschkakhekh Jeruschalajim ascher kullah zahav.

Brennt doch Dein Name auf den Lippen, wie ein Kuss der Serafim: Wenn ich Dein vergäße - Jeruschalajim, Du ganz und gar Goldene.

Brennt doch Dein Name auf den Lippen, wie ein Kuss der Serafim:
Wenn ich Dein vergäße – Jeruschalajim, Du ganz und gar Goldene.

Jeruschalajim schel Sahaw veschel Nehoscheth veschel Or, halo lekhol Schirajikh, ani Kinor.

Jerusalem aus Gold und aus Kupfer und aus Licht, lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

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King of the Road

Im Beit Joseph ist es ruhig geworden. Die ersten Studienjährler sind bereits wieder in Deutschland und die Abreisenden mehren sich von Tag zu Tag. Auch wenn der Abschiedsschmerz enorm ist, so habe ich die vergangenen drei Tage in Jordanien verbracht: Am Montag Morgen ging es mit Lukas und Hannah (die mittlerweile zum zweiten Mal in israel eingetroffen ist) mit dem Egged-Bus (das sind die israelischen Überlandbusse, die auch in Deutschland langsam eingeführt werden) ganz in den Süden Israels nach Eilat. Vor sieben Monaten war ich schon einmal dort: Damals ging es über die Grenze nach Ägypten, um den Sinai zu bewandern. Dieses Mal überquerten wir die Grenze, die uns nach Aqaba führte. Es waren wirklich tolle Tage und die Landschaft ist ein Traum!

Wirklich viel geplant hatten wir nicht, wir wussten nur den Ort unserer ersten Übernachtung und stiegen dann also nach Grenzübergang in ein Taxi, das uns ins ca. 150 km entfernte Petra brachte.

Auch wenn es relativ bewölkt war konnten wir vom Taxi aus den Blick auf die Wüstenlandschaft Jordaniens genießen.

Auch wenn es relativ bewölkt war konnten wir vom Taxi aus den Blick auf die Wüstenlandschaft Jordaniens genießen.

Die Stadt an sich ist relativ unspektakulär und existiert wohl nur deswegen, weil es dort den Zugang zur Felsenstadt Petra gibt.

Das moderne Petra. Joa. So siehts halt aus.

Das moderne Petra. Joah. So sieht’s halt aus. Von oben noch hübscher als wenn man durch die Straßen läuft.

Hühner zu verkaufen!

Hühner zu verkaufen! (Hannah: Das war so eklig! Die haben so gestunken!)

In unserem Hotel hat es uns aber so gut gefallen, dass wir dort spontan die zweite Nacht verbrachten. Jetzt aber erst einmal zu Petra. Nachdem wir am Montag Nachmittag Petra erreicht hatten, schauten wir uns erst einmal die Stadt an und entspannten dann nach acht anstrengenden Monaten im Hotelpool. Muss auch mal sein. Am nächsten Morgen ging es dann in die Felsenstadt. Auch wenn wir uns aufregten, dass der Eintritt 50 Jordanische Dinar kosteten (das ist ungefähr die gleiche Zahl in Euro), so hat es sich doch absolut gelohnt. Petra ist eine sehr alte Felsenstadt, die die Hauptstadt der Nabatäer war. Seit 9000 v. Chr. lebten hier Menschen und in nabatäeischer Zeit wurde der Ort zur einzigartigen Felsenstadt. Ab ca. 300 v. Chr. wurden in die Felswände große Bauten gemeißelt – meist Heiligtümer, Tempel u.ä. Bekannt ist Petra uns auch deswegen, weil es gerne als Filmkulisse herhalten muss – zum Beispiel für einen Indiana Jones Film. Es ist einfach unglaublich beeindruckend, aber davon darf man sich gerne selber überzeugen:

Durch ein gewaltiges Felsmassiv führt der Siq, die Zugangsstraße zur Felsenstadt.

Durch ein gewaltiges Felsmassiv führt der Siq, die Zugangsstraße zur Felsenstadt.

Mit Hannah im Siq

Mit Hannah im Siq

Gewaltige Felswände...

Gewaltige Felswände…

... nehmen kein Ende.

… nehmen kein Ende.

Ich hoffe, diese Bilder zeigen ein bisschen, wie wahnsinnig riesig das war!

Ich hoffe, diese Bilder zeigen ein bisschen, wie wahnsinnig riesig das war!

Der Siq ist jedenfalls sehr beeindruckend. So in etwa stelle ich mir ja den Grand Canyon vor. Man läuft da eine ganze Weile entlang und irgendwann trifft man dann auf folgendes Motiv:

 

Cool, oder?

Cool, oder?

Khazne al-Firaun, die Schatzkamme des Pharaos: Wer kennt es nicht? 40 m hoch und 25 m breit in einen riesigen Felsen gehauen - der Wahnsinn!

Khazne al-Firaun, die Schatzkamme des Pharaos: Wer kennt es nicht? 40 m hoch und 25 m breit in einen riesigen Felsen gehauen – der Wahnsinn!

Das ganze Gebiet von Petra enthält solche in den Felsen geschlagene Bauten. Ich kann mir ja nicht vorstellen, wie man das vor 2500 Jahren so hinbekommen hat… Und wir staunen über ein popeliges Hochhaus!

Aber nicht nur architektonische Wunderwerke, auch Kamele gibt es zu bestaunen!

Aber nicht nur architektonische Wunderwerke, auch Kamele gibt es zu bestaunen!

Und Pferde!

Und Pferde!

 

Und Esel!

Und Esel!

Viele süße Donkeys... "You wanna take a ride on the donkey? To the monastery?"

Viele süße Donkeys… „You wanna take a ride on the donkey? To the monastery?“

Bevor meine Liebe zu den Tierfotos aber wieder überhand gewinnt, lieber noch ein paar Petra-Bilder:

Petra von oben

Petra von oben

Das Kloster

Das Kloster

noch ein Bauwerk

noch ein Bauwerk

und noch eins

und noch eins

Das römische Theater

Das römische Theater

Lukas ist noch einen Berg hochgekraxelt um die Schatzkammer von oben zu fotografieren

Lukas ist noch einen Berg hochgekraxelt um die Schatzkammer von oben zu fotografieren

Meine Wenigkeit in Petra

Meine Wenigkeit in Petra

Lukas hat sich ja beschwert, dass ich in diesem Blog zu wenig über seine Gefühle geschrieben habe. Daher hier also zu Lukas: Er hat sich in Jordanien sehr entspannt gefühlt. Es ging ihm gut, nur der Fuß tat ihm weh. Ich glaube aber, entgegen seiner eigenen Beurteilung, dass dieser nicht gebrochen ist trotz eines natürlich nicht zu verachtenden Umknickens seinerseits. Außerdem gefällt Lukas Jordanien sehr gut. Er möchte gerne wiederkommen.

Wir hätten gut noch einen zweiten Tag in Petra bleiben können, aber dafür hatten wir keine Zeit, wir wollten schließlich noch auf unserem Kurztrip das Wadi Rum angucken, das ca. 120 km entfernt von Petra liegt. Dahin brachen wir am Mittwochmorgen auf und machten eine dreistündige Jeeptour.

Unser Jeep - witzig war's!

Unser Jeep – witzig war’s!

Das Wadi Rum diente dem Film "Lawrence von Arabien" als Kulisse

Das Wadi Rum diente dem Film „Lawrence von Arabien“ als Kulisse

Hannah besteigt eine Sanddüne

Hannah besteigt eine Sanddüne

und laufen weiter

Da laufen wir zwei Freiburgerinnen durch die Wüste.

Das Wadi Rum ist mit 100 km Länge und 60 km Breite das größte Wadi Jordaniens

Das Wadi Rum ist mit 100 km Länge und 60 km Breite das größte Wadi Jordaniens

Generation i-Phone

Generation i-Phone

und unbeschreiblich schön!

und unbeschreiblich schön!

Kleine Pause bei den Beduinen, es gibt Tee.

Kleine Pause bei den Beduinen, es gibt Tee.

Mit Lukas vor der "Kulisse" des Wadi Rum

Mit Lukas vor der „Kulisse“ des Wadi Rum

Auf einer natürlichen Brücke

Auf einer natürlichen Brücke

Unglaubliche Weite

Unglaubliche Weite

Ich genieße das Wadi :-)

Ich genieße das Wadi 🙂

Ich habe wieder einmal feststellen dürfen, wie schön die Welt ist, die der liebe Gott uns geschenkt hat: Guckt sie euch an!!

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seasons of love

Five hundred twenty-five thousand
Six hundred minutes,
Five hundred twenty-five thousand
Moments so dear.
Five hundred twenty-five thousand
Six hundred minutes
How do you measure, measure a year?

In daylights, in sunsets, in midnights
In cups of coffee
In inches, in miles, in laughter, in strife.

In five hundred twenty-five thousand
Six hundred minutes
How do you measure
A year in the life?

How about love? Measure in love!

Five hundred twenty-five thousand
Six hundred minutes!
Five hundred twenty-five thousand
Journeys to plan.

Five hundred twenty-five thousand
Six hundred minutes
How do you measure the life
Of a woman or a man?

In truths that she learned,
Or in times that he cried.
In bridges he burned,
Or the way that she died.

It’s time now to sing out,
Tho‘ the story never ends
Let’s celebrate
Remember a year in the life of friends
Remember the love!
Seasons of love!

Oh you got to got to 
Remember the love! 
You know that love is a gift from up above 
Share love, give love spread love 
Measure your life in love!

(aus dem Musical RENT)

Das Studienjahr ist tatsächlich zu Ende, das akademische Programm beendet – alle Vorlesungen sind abgeschlossen, Prüfungen abgelegt, Essays abgeschickt. Auch diverse Abschiedsfeiern und unser Abschlussgottesdienst liegen hinter uns. Doch wie es ein Professor, selbst ehemaliger Studienjährler, gestern sagte: Das Ende des Studienjahrs ist kein Punkt, es ist vielmehr ein Komma: Der Auftakt zu etwas, was einen nicht mehr loslassen wird.

Mir waren keine 525 600 Minuten in Israel vergönnt, sondern nur acht Monate und damit in etwa 345 600 Minuten. Dennoch – wenn man mich fragt, wie ich diese Zeit angesichts meines bisherigen Lebens messen soll, welche Maßeinheiten auf diese Minuten zutreffen, so vermag ich die gleiche Antwort geben wie sie uns das Musical Rent gibt.

Und nun genieße ich die letzten 10 Tage – ab morgen auch mit meiner besten Freundin, die es ein zweites Mal ins Land zieht 🙂

Let’s celebrate
Remember a year in the life of friends – and measure your life in love!

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