חַג שָׂמֵחַ!

sprich: „chag sameach“ – das heißt so viel wie: Frohes Fest! Wieder einmal kommen wir in den Genuss eines jüdischen Festtages. Momentan ist Pessach, was von allen jüdischen Festen den Christen wohl am Bekanntesten ist. Ob nun das letzte Abendmahl Jesu ein Pessachmahl war, das ist in der Forschung nicht abschließend geklärt, dennoch ist „Pessach“ wohl den meisten ein Begriff: Die Juden gedenken dem Auszug aus Ägypten.

Wir hatten die große Ehre, im Beit Joseph den Sederabend, also den ersten Abend von Pessach, zu feiern. Dazu kam Tamar, die bei uns bereits eine politische Vorlesung gehalten hatte, mit uns auf Exkursionen war und einen Studientag zu jüdischer Exegese veranstaltet hat, auf den Zionsberg. Man muss sich das mal klarmachen: Sie hat im Grunde so etwas wie das Weihnachtsfest mit uns verbracht – mit uns Christen, die nicht dem jüdischen Glauben angehören. Dafür sei ihr an dieser Stelle ein ganz großer Dank ausgesprochen!

Natürlich gab es vorher viel vorzubereiten: Das Essen musste koscher sein – genau wie der ganze Raum. Da heißt, alles unkoschere Essen wie z.B. gesäuertes Brot, musste verschwinden. Jüdische Haushalte verbrennen vor Pessach sogar die Überreste von gesäuertem Brot. Manche Psalmen gestalteten wir musikalisch,  ein Heft mit allen Texten des Abends wurde erstellt – aber es hat sich gelohnt! Wir durften teilnehmen an diesem ganz besonderen Abend, Tamar verlas die Haggada und wir versuchten die Rituale mitzuvollziehen. So stellte zum Beispiel Sara, unsere „Jüngste“, die Frage, die immer das jüngste Familienmitglied am Tisch stellt: Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten? Die ganze Sedermahl-Liturgie hier zu beschreiben, würde allerdings den Rahmen sprengen. Man findet das aber, wen es interessiert, gut im Internet beschrieben.

Unser Vorlesungsraum bot an diesem Abend 50 Gästen Platz.

Unser Vorlesungsraum bot an diesem Abend 50 Gästen Platz.

Der Sederteller bietet Platz für die Dinge, die werden der Liturgie konsumiert werden.

Der Sederteller bietet Platz für die Dinge, die werden der Liturgie konsumiert werden.

Vier Gläser Wein trinkt jeder Teilnehmer des Sedermahls - an verschiedenen Stellen der Haggada.

Vier Gläser Wein trinkt jeder Teilnehmer des Sedermahls – an verschiedenen Stellen der Haggada.

Matzen - das ungesäuerte Brot - und Bitterkräuter standen auf dem Tisch bereit. Die Bitterkräuter sollen an das bittere Leben im Exil erinnern.

Matzen – das ungesäuerte Brot – und Bitterkräuter standen auf dem Tisch bereit. Die Bitterkräuter sollen an das bittere Leben im Exil erinnern.

Das Apfel-Nuss-Mus soll vom Aussehen her an Lehmziegeln erinnern und symbolisiert somit die Sklavenarbeit, welche die Juden im "Sklavenhaus Ägypten" verrichten mussten.

Das Apfel-Nuss-Mus soll vom Aussehen her an Lehmziegeln erinnern und symbolisiert somit die Sklavenarbeit, welche die Juden im „Sklavenhaus Ägypten“ verrichten mussten.

Doch wir bekamen an diesem Abend nicht nur Bitterkräuter und Matzen zu essen, sondern auch noch ein ganz hervorragendes Menü mit typischen Pessach-Speisen aufgetischt: lecker war's!

Doch wir bekamen an diesem Abend nicht nur Bitterkräuter und Matzen zu essen, sondern auch noch ein ganz hervorragendes Menü mit typischen Pessach-Speisen aufgetischt: lecker war’s!

Vermutlich merken alle Blogleser, dass ich gerade eifrig am Posten bin – und das, obwohl ich eigentlich keine Zeit für Blogeinträge habe. Aber die Zeit verrinnt und es gibt noch so vieles, was ich gerne erzählen möchte…

חַג שָׂמֵחַ! Ein frohes Pessachfest!

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