Immer wieder Sonntags

Grüßt Gott alle miteinander,

eigentlich hatte ich beim letzten Mal ja einen Eintrag über die Grabeskirche versprochen. Jetzt kommt das große ABER: Die Grabeskirche macht mich immer ein wenig depressiv. Und auf eine solche Stimmung habe ich bei diesem herrlichen Frühlingswetter wirklich keine Lust. Überhaupt gar keine Lust. Deswegen dachte ich mir, ich schreib einfach mal was über den Sonntag. Warum auch nicht? Sonntage sind schließlich schöne Tage.  Meiner Meinung nach darf der Sonntag sogar als schönster Tag der Woche gelten.

Sonniges und palmiges Jerusalem am Sonntag Nachmittag.

Sonniges und palmiges Jerusalem am Sonntag Nachmittag.

Unsere Woche habe ich ja schon öfters beschrieben. Wie aber sieht so ein Sonntag in Jerusalem aus? Wie folgt:

Gegen 8:30 bin ich drüben in der Abtei und schaue mir mit Christina und Pater Ralph den Singsang für die Messe an. Dann dudeln wir das einmal durch und ziehen uns die hübschen weißen Choralben an. Es folgt um 9 Uhr die Sonntagsmesse, die eigentlich immer ganz wundervoll ist. Wirklich. Hier stimmt in der Liturgie einfach alles… Aber davon habe ich ja schon oft vorgeschwärmt.

Nach der Messe geht es dann für mich immer in die Cafeteria, wo sich auch immer einige Mönche und Studienjährler einfinden und bis zur Mittagshore gequatscht wird. Und sonntags gibt es dazu auch ein Bierchen. Wir sind schließlich katholisch, da darf der Frühschoppen nicht fehlen! Heute ist sogar ein Foto entstanden. Aber auf den Wunsch einzelner Mönche, die ich hier nicht namentlich erwähne, stelle ich das Bild nicht rein. Was eigentlich schade ist.

Nach der Mittagshore haben Julia und ich beschlossen, auswärts zu essen. Also waren wir erst zu einer kleinen Shoppingtour in der Mamila (Sonnenschutz für die kommende Exkursion besorgen), dem ziemlich europäischen Shoppingcenter, und danach auf der Jaffa Street einen Burger essen.

Ich sag mal, man muss sich an den Sonntagen in der Fastenzeit ja auch etwas gönnen!

Ich sag mal, man muss sich an den Sonntagen in der Fastenzeit ja auch etwas gönnen!

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der koscher war, aber ich gehe doch mal davon aus. Mit einem Eiskaffee bewaffnet sind wir dann zurück geschlendert, immer schön an der Stadtmauer entlang im herrlichsten Sonnenschein.

Und wer mir das mit der Sonne noch nicht abnimmt (habe grad von meiner Schwester erfahren, dass sie in Berlin 15 cm Neuschnee hat –> Ich warne alle deutschen Schneespazierer vor Knöchelbrüchen!), grad kam Christina vorbei und präsentierte mir ihren Sonnenbrand auf der Schulter. Währenddessen bewarfen sich Andi und Andi im Garten mit kleinen Kieselsteinen. Ich schätze, der Gruppenkoller setzt langsam ein 🙂

Kurz hinter meinem Armenier ist immer dieser kleine dunkle Durchgang, und dahinter sieht man dann schon den Glockenturm der Dormitio.

Kurz hinter meinem Armenier ist immer dieser kleine dunkle Durchgang, und dahinter sieht man dann schon den Glockenturm der Dormitio.

Ansonsten ist es heute recht ruhig. Ich habe am Freitag endlich meine Hausarbeit abgegeben und festgestellt, dass es wirklich anstrengend ist, so eine Hausarbeit neben dem normalen Vorlesungsbetrieb zu schreiben. Und in einer Woche steht schon das nächste Referat an, dieses Mal darf ich mich mit der Theologie nach Auschwitz beschäftigen. Ein sensibles Thema, das immer wieder zur Sprache kommt. Also habe ich heute Nachmittag ein bisschen fürs Referat gearbeitet, dann war auch schon die Vesper um 18 Uhr und das Abendessen. Das ist sonntags immer besonders gut, weil es die Bratenreste vom Mittagessen gibt. Und jetzt sitze ich in meinem Zimmer, bin grad dabei die Komplet zu verpassen und tippe eifrigst diesen Blogeintrag.

Das Beit Joseph in sonntäglicher Ruhe. Im Garten ist es so schön zur Zeit!

Das Beit Joseph in sonntäglicher Ruhe. Im Garten ist es so schön zur Zeit!

Morgen früh geht es auf Kreuzfahrerexkursion nach Galiläa – die Ritterrüstungen liegen quasi schon parat. Und dann haben wir bald schon Abschlusswo… – nein, ich sprech es nicht aus. Heute scheint die Sonne.

Der heutige Blick von unserer Dachterrasse auf den Ölberg. Neidisch?

Der heutige Blick von unserer Dachterrasse auf den Ölberg. Neidisch?

Und noch ein Blick von der Dachterrasse, hier gen Dormitio. Wie man sieht: Die Bäume stehen in vollster grüner Pracht und lassen nur die Spitze vom Glockenturm durch.

Und noch ein Blick von der Dachterrasse, hier gen Dormitio. Wie man sieht: Die Bäume stehen in vollster grüner Pracht und lassen nur die Spitze vom Glockenturm durch.

Natürlich muss nun auch niemand auf den Song des Blogeintrags verzichten – heute mal etwas für die gute Laune: Einen schönen Sonntag Abend Euch allen!

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