Wo mir sin is Kölle!

Liebe Menschen, es ist grad die wohl härteste Zeit für mich im Heiligen Land. Weihnachten fernab der Heimat? Kein Problem. Geburtstag, etc. woanders? Wirklich kein Ding. Aber jetzt ist Karneval. Und da hört der Spaß echt auf.

Im Vorlesungssaal wurde der Weihnachtsbaum abgeschmückt und zu einem Jahreszeitenbaum umgewandelt. Wir haben jetzt einen Karnevalsbaum.

Unser Jahreszeitenbaum mit Luftschlangen... Rief auch Proteste hervor!

Unser Jahreszeitenbaum mit Luftschlangen… Rief auch Proteste hervor!

Der Karnevalsbaum rief von unserem Assistenten (rechts) ein Protestkostüm hervor: Auch Bäume haben Rechte! Wider dem Karnevalsbaum!Johannes (links) hat sich ein biblisches Motiv herausgesucht und kam als rote Kuh, von der wir schon so viel gelesen hatten. Jetzt wissen wir endlich, wie sie aussieht.

Der Karnevalsbaum rief von unserem Assistenten (rechts) ein Protestkostüm hervor: Auch Bäume haben Rechte! Wider dem Karnevalsbaum!
Johannes (links) hat sich ein biblisches Motiv herausgesucht und kam als rote Kuh, von der wir schon so viel gelesen hatten. Jetzt wissen wir endlich, wie sie aussieht.

An Weiberfastnacht durfte ich um 11:11 Uhr die Vorlesung unterbrechen und Lukas eine Spontan-Krawatte abschneiden.

An Weiberfastnacht trifft ein Schweizer auf kölsche Fastelovends-Tradition.

An Weiberfastnacht trifft ein Schweizer auf kölsche Fastelovends-Tradition.

Ja, man versucht, mir die Zeit leichter zu machen. So hat zum Beispiel auch Pater Ralph bei der Sonntagsvesper während der Weihrauch-Inzens ein leichtes „Mer losse d’r Dom in Kölle“ von der Orgel erklingen lassen. Und mit Julia habe ich eine Leidensgenossin gefunden!

Julia und ich leiden gemeinsam - und mit einem kölschen Lächeln singen wir munter Karnevalslieder!

Julia und ich leiden gemeinsam – und mit einem kölschen Lächeln singen wir munter Karnevalslieder!

Am gestrigen Abend haben wir eine Karnevalsfete veranstaltet mit einigen wirklich lustigen Einlagen. Woher manche Leute bei diesem vollen Studienprogramm noch solche Kreativität hernehmen, ist mir schleierhaft – aber sie ist da! Wir hatten jedenfalls viel Spaß, einige Benediktiner (in kreativer Jesuiten-Verkleidung) waren auch da und gemeinsam wurde also ökumenischer Karneval (auch wenn mir das Wort mit „H“ nicht über die Lippen ging, aber ich habe es immerhin erduldet) gefeiert.

Ganz großes Kino war der musikalische Vortrag von Andi, der in einer Spontaneingebung ein hervorragendes Lied gedichtet hat!

Ganz großes Kino war der musikalische Vortrag von Andi, der in einer Spontaneingebung ein hervorragendes Lied gedichtet hat!

Ein berühmtes Oktett weltbekannter Künstler gab sich die Ehre im Beit Joseph.

Ein berühmtes Oktett weltbekannter Künstler gab sich die Ehre im Beit Joseph.

Heute ist Rosenmontag. Vorlesungen über Psalmen und Gedichte. Ich meine, ich hab ja schon die letzten Jahre Karneval im kulturellen Ausland verbringen müssen… Aber leichter macht es das nicht. Ich künnt kriesche. Wie gut, dass es den WDR-Livestream im Internet gibt 🙂

Passend zur Karnevalszeit hat mein Blog gut 11 000 Nasen erreicht – eine wahnsinnige Anzahl! Vielen Dank allen treuen Bloglesern!!

Liebe Freunde, dreimol vun Hätze KÖLLE ALAAF !!!

Grad wollte ich den Artikel posten, da kommt die Meldung aus dem Vatikan, dass der Heilige Vater Ende des Monats von seinem Ehrenamt als Oberster Hirte der katholischen Kirche zurücktritt. Wir sind hier alle in einer Schockstarre, das ist ein Schritt, der in der gesamten Kirchengeschichte erst ein Mal getätigt wurde. Ich bin persönlich ziemlich traurig über seine Entscheidung, finde ich doch, dass unser Papst ein genialer Kopf ist und dieses Amt die letzten Jahre hervorragend ausgeführt hat. Dennoch habe ich größten Respekt vor seinem Mut und seiner Überzeugung, diesen Schritt, den er von Anfang seines Pontifikats an als Möglichkeit gesehen hat, zu tun. Vergelt’s Gott, Heiliger Vater, für Ihre großartige Arbeit! Im Gebet sind wir mit Ihnen verbunden.

Hier seine Erklärung:

Liebe Mitbrüder!

Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen. Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewißheit gelangt, daß meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Ich bin mir sehr bewußt, daß dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, daß ich mein Unvermögen erkennen muß, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen. Im Bewußtsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so daß ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muß.
Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.

Aus dem Vatikan, 10. Februar 2013

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