Mühsam humpelt das Eichhörnchen

Liebe Menschen,

viel Neues gibt es von meiner Seite aus eigentlich nicht zu berichten – aufgrund meines gebrochenen Fußes krücke ich durchs Beit Joseph und dank lieber Studienjährler und Mönche komme ich auch jeden Tag mit dem Rollstuhl in die Abtei zu Messe und Stundengebet. Obwohl meine Freiburger Jungs am Abend meines „Unfalls“ im Krankenhaus noch die entsprechenden Heiligen googelten, die für Brüche zuständig sind und wir an Ort und Stelle eine Heiligenanrufung bewerkstelligten, hatten Rasso von Andechs, Sigismund von Burgund, Arbogast von Straßburg und sogar der Heilige Petrus kein Mitleid mit mir: der Gips bleibt für 6 Wochen dran.  Zum Glück haben wir ja alles im Haus: Zimmer, Vorlesungssaal, Speiseraum – aber ein Ausflug außerhalb der eigenen Mauern gestaltet sich schwierig. Jerusalem ist einfach nicht so krückentauglich. Gestern gab es eine Exkursion auf den Tempelberg, auf die ich mich wirklich total gefreut hatte. Mit dem Rollstuhl ging das aber einfach nicht und so musste ich daheim bleiben. Morgen und übermorgen geht es in den Negev – auch da werde ich nicht mitkommen. Das dürfte meinem Fuß einfach noch nicht sonderlich zuträglich sein. Da ich aber eigentlich die Ortsführung in Shivta übernehmen sollte, habe ich jetzt alles verschriftlicht, so dass das nun die Assistenten vortragen dürfen. 🙂

Ansonsten geht aber alles seinen gewohnten Gang, ich studiere momentan sehr viel, habe viele Essays anstehen, eine Hausarbeit und und und. Die christlich-muslimischen Werkwochen stellen sich als äußerst spannend heraus. Nachdem wir uns vergangene Woche mit Kant, Nietzsche, Wittgenstein und muslimischen Philosophen wie Ibn Arabi, Al-Ghazali und Ibn Rushd beschäftigt haben, geht es nun um Koranexegese und die biblische und koranische Maria. Das sind wirklich Themen, mit denen wir uns in der katholischen Theologie sonst nur am Rande auseinandersetzen – umso spannender ist es, hier einen fundierten Einblick in muslimische Philosophie, Theologie und Exegese zu erhalten!

Da ich seit einigen Tagen also nicht wirklich viel gesehen habe, gibt es heute einfach mal ein paar ältere Fotos, bunt durcheinander gemischt:

Am 6. Januar, dem Tag der heiligen Drei Könige, zogen auch bei uns die Sternsinger durch Abtei und Studienhaus - zuerst ganz offiziell, später am Abend dann eher inoffiziell. Gesungen wurde dann die gesamte Studienjahrshitliste, zu trinken gab es an jeder Tür einen Arak.

Am 6. Januar, dem Tag der heiligen Drei Könige, zogen auch bei uns die Sternsinger durch Abtei und Studienhaus – zuerst ganz offiziell, später am Abend dann eher inoffiziell. Gesungen wurde dann die gesamte Studienjahrshitliste, zu trinken gab es an jeder Tür einen Arak. Übrigens: Der nette Herr rechts hat sich nicht verkleidet – unser Augustiner im Habit.

Hübsche Rose im Dormitio-Garten.

Schöne Rose im Dormitio-Garten.

Jann und Ann beim letzten Kinobesuch mit hübschen 3D-Brillen.

Jann und Ann beim letzten Kinobesuch mit hübschen 3D-Brillen.

Der Schamane Andi beschwört meinen Gipsfuß mit altorientalischen Beschwörungsformeln...

Der Schamane Andi beschwört meinen Gipsfuß mit altorientalischen Beschwörungsformeln…

Unser Weihnachtsbaum war einfach zu groß für den Studiensaal....

Unser Weihnachtsbaum war einfach zu groß für den Studiensaal….

Ein wahnsinnig leckere palästinensisches Gericht - Hühnchen auf einer Art Brotfladen mit vielen Zwiebeln und Gewürzen.

Ein wahnsinnig leckere palästinensisches Gericht – Hühnchen auf einer Art Brotfladen mit vielen Zwiebeln und Gewürzen.

Ich habe meinen künftigen Wirkkreis gefunden :-)

Ich habe meinen künftigen Wirkkreis gefunden 🙂

Wie gut, dass ich es nur am Fuß und nicht auf den Augen habe: Die Sonnenaufgänge (hier der Blick aus meinem Zimmer) sind einfach nur traumhaft!

Wie gut, dass ich es nur am Fuß und nicht auf den Augen habe: Die Sonnenaufgänge (hier der Blick aus meinem Zimmer) sind einfach nur traumhaft!

Das Fest „Taufe des Herrn“ wurde am Sonntag gefeiert und somit ist nun die Weihnachtszeit endgültig vorbei. Das merkt man am fehlenden Weihnachtsbaum in der Abtei und an den „normalen“ Stundengebeten des Jahreskreises. Dafür steht in der kommenden Woche nun die Priesterweihe von Bruder Daniel an – zu diesem Anlass kommt auch extra der Kölner Kardinal angereist. Wir sind gespannt und freuen uns drauf!

Heute gibt es zum Abschluss mal kein Lied, sondern einen Verweis auf einen Artikel bzw. einen Buchauszug in der Zeit, den ich für sehr gelungen halte – wen es interessiert, bitte lesen!

Artikel Zeit

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Mühsam humpelt das Eichhörnchen

  1. Walther Lipphardt

    Das tut uns sehr leid, Annika Schmitz.
    Gute, gute Besserung und komm bald wieder auf „beide“ Füße.
    Habt Ihr es auch schon mit, St. Aegidius versucht? Der versteht sich zwar nur auf Pferde. Aber vielleicht, macht er auch mal eine Ausnahme. Für was trägt er sonst den Titel „St.“? 🙂

    Wenn’s mir gelingt, schick ich ein Bild von ihm aus dem wunderbaren Weihnachtsfenster der Schmiedezunft des Freiburger Münsters (mein Lieblingsfenster) vlt als Nachricht.
    Alles Gute und herzliche Grüße aus dem Schwarzwald, wo’s so vor sich hinschenit ca. 20cm bei -5°. R+W

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