Günter in Verzückung

Das Sommersemester hat begonnen – und somit der zweite Teil unseres Studienjahres. Inhaltlich hat es super angefangen: Wir haben christlich-islamische Werkwochen, was bedeutet, dass für drei Wochen acht muslimische Doktoranden bei uns sind und mit uns gemeinsam Texte zur Gotteslehre studieren. Unglaublich spannend, aber auch sehr fordernd!

Zuvor jedoch waren also Ferien – viel zu kurz um sich vom letzten Semester zu erholen, denn so richtig „frei“ hatten wohl die wenigsten von uns. Weihnachten stand an und jede Menge Besuch belagerte die Stadt. Und so durfte auch ich, wie bereits kurz angedeutet, meine Freiburger Wahlfamilie, bestehend aus Hannah, Moritz, Oliver und Günter, in Jerusalem begrüßen. Für Erstere und Letzteren war es der erste Kontakt mit dem Heiligen Land, was zur Folge hatte, dass sich Günter in ständiger Verzückung befand.

Günter und ich im Österreichischen Hospiz bei Bier und Wein - wie verzückend!

Günter und ich im Österreichischen Hospiz bei Bier und Wein – wie verzückend!

Hannah war da ein wenig gelassener (beziehungsweise konnte ihre Verzückung nicht in der überschwänglichen Weise kundtun wie es Günter tat – der vermutlich bis heute noch nicht glaubt, dass ich tatsächlich zum Studium hier bin und nicht den ganzen Tag Arak trinkend den Blick von unserer Dachterrasse aus genieße 🙂 ). Mir hat es ziemlich viel Spaß gemacht die Fremdenführerin zu spielen – und ich habe festgestellt: Ich hab doch schon ein bisschen etwas über die Stadt, das Land, die Kulturen, Religionen und Menschen gelernt.

Wie man sieht war ich voll im Erklärmodus. Wie viel davon gestimmt und was angekommen ist, das sei einmal dahingestellt.

Wie man sieht war ich voll im Erklärmodus. Wie viel davon gestimmt und was angekommen ist, das sei einmal dahingestellt.

Allerdings konnte man manchen Teilnehmern der Freiburger Studienreise „Visit-Annika-Tour“ auch wirklich alles erzählen. Wussten die Blogleser zum Beispiel bereits, dass der Arak aus der Arak-Knolle gewonnen wird, die ihrerseits mit der Erdnuss verwandt ist? So viel einmal dazu. Wenn ich aber zu viel Unsinn erzählt habe, dann hat Oliver, seinerzeit selber im Studienjahr, auch helfend und korrigierend eingegriffen…

Blick auf die Erlöserkirche und den Felsendom

Blick auf die Erlöserkirche und den Felsendom

Wenn man Besuch da hat, dann würdigt man die „eigene“ Stadt ja oft noch einmal mehr und anders. So war es auch dieses Mal der Fall. Auch wenn ich mich in Jerusalem mittlerweile recht gut auskenne, die Stadt hält immer wieder ein paar Überraschungen bereitet. Und Altbekanntes wirkt durch Besucheraugen gleich doppelt- und dreifach schön und verzückend!

Mittagessen (natürlich landestypisch) mit DEM Ausblick - ich kann nicht klagen! Und Günter klagte sowieso erst recht nicht.

Mittagessen (natürlich landestypisch) mit DEM Ausblick – ich kann nicht klagen! Und Günter klagte sowieso erst recht nicht. Der lebte ja in ständiger Verzückung.

Ja, wir hatten eine tolle Zeit mit schönen Ausflügen, viel Campari, gutem Essen, und jeder Menge Spaß:

Nach viel Kultur muss man sich auch einmal eine Auszeit gönnen...

Nach viel Kultur muss man sich auch einmal eine Auszeit gönnen…

So ist die Jerusalemer Altstadt - der Papagei ist übrigens echt und fliegt frei herum!

So ist die Jerusalemer Altstadt – der Papagei ist übrigens echt und fliegt frei herum!

Unterwegs in der Wüste - die Tour gen Masada, von der ich bereits berichtet habe.

Unterwegs in der Wüste – die Tour gen Masada, von der ich bereits berichtet habe.

Wer hätte es gedacht, dass Hannah und ich einmal gemeinsam die Wüstenberge erklimmen?

Wer hätte es gedacht, dass Hannah und ich einmal gemeinsam die Wüstenberge erklimmen?

Meine lieben Menschen, ich habe mich unglaublich über Euren lieben Besuch gefreut! Das war eine tolle und unvergessliche Woche mit Euch – und ich freu mich sehr auf unser Wiedersehen, auch wenn dieses dann leider in Deutschland sein wird…

Bevor ich aber nun zu sentimental werde, hier noch etwas zum Lachen:

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Günter in Verzückung

  1. Der Verzückte

    Liebe Annika,

    wer sich emotional der Verzückung hingibt, fällt dann gerne in ein Loch, wenn der Traum zu Ende geht.

    Dies lässt sich schön an unserem Shoppingverhalten im Duty Free am Flughafen in Tel Aviv illustrieren. Hr. Dr. W. als frequent Israel traveller war nüchtern und gefasst und konnte daher gelassen die Einkaufsliste für die Lieben zu Hause abarbeiten (dead sea salt). Moritz und Hannah probierten, ihrem jungen und zarten Alter geschuldet, verschiedenste Düfte in der „Douglas-Abteilung“ durch (Chanel Mademoiselle!). Ich hingegen spürte die Wehmut in mir aufsteigen und suchte in der Spirituosenabteilung verzweifelt nach dem einzigen Heilmittel: Arak! Hr. Dr. W. befand jedoch, dass Preise von 35 $ aufwärts die Sache nicht wert seien und so hob der Flieger leider ohne Heilmittel ab!

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