Wir sagen Euch an den lieben Advent

Nachdem es gestern ja nur Bilder gab, möchte ich natürlich auch noch ein bisschen von der vergangenen Woche erzählen. Zwei interessante Veranstaltungen sind am Freitag zu Ende gegangen. Herr Prof. Ebner aus Münster war für zwei Wochen bei uns und hat mit uns gemeinsam einen neuen Blick auf das Neue Testament gewagt. Denn nicht ausgehend von den Heiligen Schriften, sondern ausgehend von der griechisch-römischen Stadtkultur wagten wir uns an einige Textstellen aus den Evangelien und Paulus-Briefen heran. Ebenfalls sehr spannend war die Vorlesung „A prophetic Peace“ von Dr. Isaacs, einem jüdischen Israeli, der eine Konzeption von Friedensverständnis und jüdischer Identität erarbeitet hat, die zu vielen Diskussionen angeregt und noch einmal mehr gezeigt hat, wie unglaublich kompliziert die Sache mit Religion, Nation und Ethnos doch ist. Seine Vorlesung hingegen gestaltete er höchst amüsant, mit toller Rhetorik, schauspielerischen Einwürfen, musikalischen Darbietungen, Musicalreferenzen, Filmvergleichen und vielem mehr. Die Stunden mit ihm haben jedenfalls neben dem Lernerfolg auch viel Spaß mit sich gebracht!

Die schottische St. Andrew's Church

Die schottische St. Andrew’s Church

Vergangenen Freitag war St. Andrew’s Day – mit einer Gruppe von Studienjährlern gingen wir deshalb zum Gottesdienst in die St. Andrew’s Church, welche der Church of Scotland angehört. Auch wenn ich ja wirklich gerne katholisch bin, habe ich wieder einmal gemerkt: Von den evangelischen Predigten können wir noch einiges lernen! Es wurden einige wunderschöne englische Hymnen gesungen und generell mit einer Freude gebetet, die ich sonst nur aus der Reformsynagoge kenne. Herrlich war natürlich der Anblick der ganzen Schottenrockträger – auch der Pfarrer trug Collarhemd mit Schottenrock. Ich wiederhole: Herrrrlisch! Der sich an den Gottesdienst anschließende Abend war gut gefüllt mit Wein, Kuchen, allerlei Imbissen und Dudelsackmusik. Die Schotten werde ich sicher noch öfters besuchen.

Gestern fand der Adventsbasar der Erlöserkirche statt. Alles, was Deutsch als Muttersprache hat und zur Zeit im Heiligen Land verweilt, kam an diesem Nachmittag, um in der Arabischen Welt ein wenig heimatlichen Adventsduft zu schnuppern.

Echte Schweinefleischwürstchenim koscheren Israel auf dem Adventsbasar der Erlöserkirche

Echte Schweinefleischwürstchen im koscheren Israel auf dem Adventsbasar der Erlöserkirche

Am Würstchenstand: Pater Jonas (links) tauschte Habit gegen Weihnachtsbaummützeund Günther sorgte für gute Stimmung

Am Würstchenstand: Pater Jonas (links), tauschte Habit gegen Weihnachtsbaummütze, und Günther sorgten für gute Stimmung

Nach einem Glühwein, Plätzchen und Waffeln konnte man dann beschwingt wieder nach Hause laufen und dort ohne schlechtes Gewissen die ersten Weihnachtslieder hören – während draußen angenehme 23 Grad herrschten. Und ab und an begegnet man dort draußen etwas merkwürdigen Gestalten.

Ein Nikolaus aus Wien -nicht aus Österreich - streift durch Jerusalem. Bald macht er sich aber auf den Weg nach Betlehem, denn dort ist er ja am 6. Dezember geboren. Zumindest glaubt er das so.

Ein Nikolaus aus Wien – nicht aus Österreich – streift durch Jerusalem. Bald macht er sich aber auf den Weg nach Betlehem, denn dort ist er ja am 6. Dezember geboren. Zumindest glaubt er das so.

Heute hat er dann begonnen, der Advent. Mit einigen Studienjährlern haben wir uns nach dem Gottesdienst für den Tag über mit erwachsenen und schon im Berufsleben stehenden Studenten des Hebrew Union College getroffen, die an einem zweijährigen nebenberuflichen Kurs teilnehmen. Christliche Kultur trifft auf jüdische Spiritualität. Es war ein sehr emotionaler und lehrreicher Tag, an dessen Ende für uns alle feststand: Wir wollen das wiederholen!

Nun aber wünsche ich allen Bloglesern eine ruhige und besinnliche Adventszeit, in der es auch stille Momente gibt, in denen wir uns tatsächlich innerlich vorbereiten können auf die Ankunft des Herrn. Diese Momente finden wir im Alltag viel zu wenig. Und wo, wenn nicht in diesen Wochen, könnten wir versuchen, uns solche freizuschaufeln.

Ach, und noch etwas Wichtiges haben wir neben den zwei Vorlesungen abgeschlossen: Unsere Reise durch den Mittleren Osten ist noch nicht beendet, die Reise durch Mittelerde allerdings schon. Nach drei Abenden und insgesamt über neun Stunden „Herr der Ringe“ mussten wir Frodo, Gollum, Legolas, Sauron, Aragorn, Gimli, das Auenland, Orks, Minas Tirith und Co hinter uns lassen: Mittelerde wurde gerettet, der Ring ist zerstört, das vierte Zeitalter der Menschen kann beginnen und die Elben sind mit ihren Schiffen davongefahren. Na dann: Es kommt ein Schiff geladen!

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