Christkönig, Halleluja

Liebe Blogleser,

was für eine Woche liegt hinter uns! Gaza, Israel, Raketen, ein zweiter Luftalarm in Jerusalem, ein Friedensgebet, Waffenruhe – wo fängt man nach so einer Woche an? Vielleicht damit: Sie ist vorbei. Und das ist auch gar nicht so schlecht.

Als am frühen Dienstag Nachmittag der zweite Luftalarm in Jerusalem losging, schauten wir Studienjährler verdutzt aus unseren Zimmern. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ist es soweit? Ja, es ist soweit. Gemächlichen Schrittes, denn so wurde es uns aufgetragen, führte uns der Weg die Treppen hinunter Richtung Bunker, der eigentlich Speise- und Aufenthaltsraum der Volontäre ist. Dort angekommen, schalteten wir den Fernseher ein, holten Handys und Laptops raus und brachten uns auf den neusten Stand der Dinge: alles halb so wild, 16 km vor Jerusalem sei die Rakete auf freiem Feld eingeschlagen. Vor diesem Luftalarm hatte ich die ganze Zeit Angst davor, was passieren würde, wenn die Sirene heult. Nach dem Luftalarm war ich beruhigt, es war gar nicht so schlimm wie gedacht. Eigentlich war es mit viel Galgenhumor ganz witzig. Aber für die Menschen in und um Gaza und in den israelischen Gebieten an der Grenze ist es voller Ernst.

Am Mittwoch Abend hielten wir mit den Mönchen der Dormitio ein Friedensgebet – und zwei Stunden später wurde die Waffenruhe ausgerufen. Ich will das ja mal nicht zu stark in Verbindung bringen…. Seitdem ist – zumindest bei uns – wieder vollkommener Alltag eingekehrt. Hoffen und beten wir, dass er anhält. Hoffen und beten wir, dass sich eine Lösung finden lässt, denn wie es Abt Gregory sagt: Waffenruhe ist noch kein Friede.

Heute feiern wir das Fest Christkönig. Ich mag das ja besonders gerne wegen des schönen Liedes aus dem Gotteslob, was man leider nur einmal im Jahr singt: Christkönig, Halleluja! (GL 560) Das wurde heute auch wieder lauthals gesungen – mit Unterstützung eines Bläserensembles aus Sachsen, das uns schon gestern ein schönes Konzert in der Dormitio bereitet haben. Dank einer wunderbaren Predigt von Pater Mark konnte ich heute noch einmal besser verstehen, was wir hier eigentlich feiern und wie großartig dieses Fest ist. Und besonders ein Satz seiner Predigt ist mir hängen geblieben: „Es ist viel einfacher über Gewalt zu berichten als über Gewaltlosigkeit.“ Dabei ist das kommende Königreich doch genau ein solches Königreich, eines ohne Gewalt, ohne Leid, ohne Schmerz. Vielleicht sollten wir davon wieder mehr reden.

P.S.: Ich möchte doch auch einmal ein ganz herzliches DANKESCHÖN allen treuen Bloglesern aussprechen. In den letzten Wochen habe ich von vielen, mir  bis dahin unbekannten, Personen gehört, die hier immer einmal wieder reinschauen. Es ist schön zu wissen, dass so viele Menschen Anteil nehmen am Studienjahr und unseren Erfahrungen. Und vor einigen Tagen kam sogar ein Adventskalender an – ich habe mich unglaublich darüber gefreut – vielen, vielen Dank!

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s