In deinen Toren werd ich stehen

Oder besser: auf deinen Toren! Denn was könnte man an einem sonnigen Sonntagnachmittag, der zudem noch frei von Vorlesungen und sonstigen Verpflichtungen ist (nun gut, also so ganz stimmt das auch nicht, aber ich bin gegen Essay-Schreiben am Sonntag), besseres tun als einen Spaziergang auf der Jerusalemer Altstadtmauer zu wagen? Mir persönlich fällt nix ein!

 Von der Stadtmauer aus hat man einen tollen Blick auf die Dormitio – da wohne ich 🙂 Kann man nicht klagen, oder?

Was ich mich aber wirklich gefragt habe: Wie sind denn die Leute vor zweitausend Jahren auf dieser Stadtmauer herumgestakst? So ohne Geländer, bei den hohen Stufen, in schwerer Rüstung und auch noch ein Stück kleiner als wir heute? (Also die Menschen) Das stelle ich mir sehr anstrengend vor.

Abgesehen davon ist dieser Stadtmauerweg aber wunderschön und man kann Jerusalem so richtig genießen….

 Hier sieht man das Zionstor, „unser“ Tor, mal von oben.

 Hoch oben gibt es eine Fotosession mit Julia – das muss auch mal sein 🙂

Die Militärpräsenz wird auch von oben ersichtlich. Aber das ist ja nichts Neues für uns, man gewöhnt sich an vieles.

Vom Jaffa-Tor aus sieht man einmal, wie hoch diese Mauer ist. Ganz schön beeindruckend, oder? Dennoch haben die Kreuzfahrer sie gestürmt und sind hinüber gestiegen. Ich kann mir nie vorstellen, wie man solche imposanten architektonische Werke in Zeiten vollbracht hat, wo man noch nicht auf unsere heutigen Hilfsmittel zurückgreifen konnte. Das denke ich mir auch jedes Mal, wenn ich vor dem Kölner Dom stehe….

Dieses wunderbare Bild zeigt die menschliche Dormitio, bestehend aus Annika und Andreas. Das Original ist ganz klein im Hintergrund zu erkennen – aber Dank der ganzen Dormitio-Bilder, die ich hier schon gespostet habe, dürfte die Kirche ja eh bekannt sein.

Die Leute wohnen ganz schön nah an einem sehr alten Stück Geschichte.

Das war ein Spektakel: Da brannte es irgendwo hinter dem Berg und dann flog auch noch eine Hand voll Pferdeheliumballons davon – der Rauch hinter dem Felsendom und das rote Pferd (ein apokalyptischer Reiter?) erinnerte stark an einen nahenden Weltuntergang 🙂

 Da sieht man die Kuppel der Grabeskirche und links den Turm der Erlöserkirche.

Auf dem Damaskustor steht man ja sonst recht selten: tolle Sicht auf den Platz vorm Tor außerhalb der Altstadtmauern!

In deinen Toren werd‘ ich stehen, du freie Stadt Jerusalem, in deinen Toren kann ich atmen, erwacht mein Lied.
Ihr Mächtigen, ich will nicht singen eurem tauben Ohr: Zions Lied hab ich vergraben in meinen Wunden groß. Ich halte meine Augen offen, liegt die Stadt auch fern. In die Hand hat Gott versprochen, er führt uns endlich heim. 
Die Mauern sind aus schweren Steinen, Kerker, die gesprengt, von den Grenzen, von den Gräbern, aus der Last der Welt. Die Tore sind aus reinen Perlen, Tränen, die gezählt. Gott wusch sie aus ihren Augen, daß wir nun fröhlich sind. 
Die Brunnen, wie sie überfließen, in den Straßen aus Gold. Durst und Staub der langen Reise: Wer denkt daran zurück. Noch klarer als die Sonnenstrahlen ist Gottes Angesicht. Seine Wohnung bei den Menschen: mitten unter uns. In deinen Toren werd‘ ich stehen, du freie Stadt Jerusalem, in deinen Toren kann ich atmen, erwacht mein Lied.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “In deinen Toren werd ich stehen

  1. Walther Lipphardt

    Danke Annika, für Deinen Bericht den Stadtmauerrundgang mit den vielen Blicken über die Stadt.
    Der schöne Gesang auf Jerusalem „In deinen Toren werd’ ich stehen … er führt uns endlich heim … “ ist das ein eigenes Gedicht? Auch Dank für die Melodie zu „Yerushalaim shel sahav“ – die Aufnahme gefällt mir

    —–
    Und eine Mauer vor 2000 Jahren? – war das nicht der herrliche Anblick und als Dominus flevit? … und später die Zeloten die Stadt in Geiselhaft nahmen, und wer über die Mauer entkam peinlich nach Gold untersucht wurde?
    Ach Jerusalem Du schöne, auch Deine Rosen haben Dornen und Du verletzt uns mit Sehnsucht.

    Wir Wünschen Euch allen eine gute neue Woche und … Shalom

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