Die Karawane zieht weiter

Wenn im Beit Joseph morgens um 4:30 Uhr die Wecker klingeln, dann ist das nicht nur eine sehr unchristliche Zeit, sondern vor allem ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Studienjahr auf Exkursion geht. Heute auf dem Programm: Das Wadi Qelt, ein Flussbett in der judäischen Wüste, das sich von seiner Quelle bis hin nach Jericho zieht.

Eingecremt mit massenweise Sonnenmilch, behütet mit Kopftüchern und den Rucksack voll Wasser genossen wir zuerst einen wunderschönen Sonnenaufgang an unserem Einstiegsort ins Wadi.

Nach einer Morgenandacht machten wir uns an den Abstieg (und den Weg, den man hinunter geht, muss man ja später auch wieder rauf…) und kraxelten bei immer stärker werdender Sonneneinstrahlung über Stock und Stein, dem trockenen Flussbett stetig folgend. An einer Stelle hatten wir die Wahl: entweder in halsbrecherischer Weise an einem Felsen entlang klettern oder aber die „Steinrutsche“, die natürlich nicht absichtlich für menschliche Bedürfnisse angefertig wurde, in einen Tümpel zu schlittern. Ich entschied mich für letztere Variante und fand mich bis zur Hüfte im Wasser stehend wieder und durfte die restlichen zwei Stunden in nassen Wanderschuhen weitermarschieren – ävver vun nix kütt nix. Fotos von dieser Aktion lasse ich einmal bewusst außen vor, das sieht doch zu komisch aus.

Nach vier Stunden Weg kam das Georgskloster in Sicht. Dieses uralte Kloster, bewohnt von ein paar griechisch-orthodoxen Mönchen, ist an den Felsen gebaut. Wir hatten Glück und durften auch einen Blick hinein werfen, was nicht selbstverständlich ist.

Es gäbe sicher noch mehr zu schreiben, doch der Tag war lang und ich bin dementsprechend müde.

Dennoch ein kleines Resümee:

1. Wer behauptet, die Wüste sei eintönig und kahl, der ist noch nie dort gewesen oder hat sie sich noch nie richtig angeschaut. Beweise?

Da unten im Tal sind wir entlang gelaufen

 

2. Mit netten Menschen, die einen im Tümpel auffangen, an kritischen Stellen die Hand reichen und bei Höhenangst einfach die Sicht in den Abgrund versperren, ist so eine Tour gleich viel leichter und macht auch viel mehr Spaß!

3. Ein dreifaches Hoch auf die Dusche: Hoch! Hoch! Hoch!

4. Es ist gut, wenn man Freunde hat, die einem Fotos zur Verfügung stellen, wenn die eigene Kamera leider nach einer Bekanntschaft mit der Toilette in Betlehem nicht mehr knipsen will. (Und ja, liebe Familie, ich weiß, ihr hattet Recht – ich hätte mir erst gar keine neue Digicam anschaffen müssen…)

5. Ich mag Kamele!

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