Regina coeli laetare, Alleluja

Eigentlich sollte dieser Eintrag noch gestern erscheinen, das hat aber nicht geklappt, deswegen leicht verspätet: Das Hochfest Assumptio Beatae Mariae Virginis wird an der Dormitio groß gefeiert, immerhin scheinen wir hier an der Stätte zu sein, an der Maria entschlafen ist. So durften wir diesen Tag mit einem Pontifikalgottesdienst beginnen, bei dem auch die neugegründete Studienjahrsschola ihren ersten Einsatz hatte.

Vielleicht eignet sich Mariä Himmelfahrt besonders, um einige Worte über die Dormitio zu verlieren, der Abtei, an die das Haus des Studienjahres, welches auf den klangvollen Namen Beit Joseph hört, angegliedert ist. Es handelt sich also hierbei um ein Benediktinerkloster auf dem Zionsberg, dessen Grundstücke und Bauten seit über 110 Jahren dem Deutschen Verein im Heiligen Lande gehören, die Basilika wurde 1910 eingeweiht und ist seitdem unter anderem ein bekannter Marienwallfahrtsort. Wir Studienjährler haben die Möglichkeit, an der Tageszeitenliturgie des Klosters teilzunehmen, welche von den Mönchen durch gregorianischen Gesang gestaltet wird. Somit wird also auch eine Vertiefung der eigenen Spiritualität während des wissenschaftlichen Studiums ermöglicht. Für mehr Informationen über die Dormitio-Abtei verweise ich auf deren Homepage.

Einer von vielen möglichen Blickwinkel auf die Dormitio. Ist sie nicht schön?

Nun aber zu den letzten Tagen: Diese waren so gefüllt mit neuen Eindrücken, dass ich gar nicht weiß, wie ich sie alle sortieren soll.  Wir lernen uns als Gruppe immer besser kennen und die Tagesabläufe spielen sich langsam ein. Dann steht in dieser ersten Woche natürlich ein straffes Programm an á la „wo bin ich hier eigentlich? Was mache ich hier? Wie komme ich von a nach b?“ – Klosterführung, Gespräch mit den Mönchen, ein Besuch beim Propst der Erlöserkirche, eine Tour über die Haas-Promenade und vieles andere stand in den letzten Tagen an. Dazu kamen die kleinen Erfahrungen, die man bei der Begegnung mit Land und Leuten macht: eine Schlägerei in der Nähe der École biblique, Menschenmassen am Damaskus-Tor, das bunte Ramadantreiben im muslimischen Viertel und noch vieles mehr.

Der Blick vom Turm der Erlöserkirche auf den Tempelberg: Am Felsendom versammeln zur Lailat al-Qadr, zur Heiligen Nacht, hunderte von Muslimen, die in weißen Gewändern die Nacht hindurch beten.

Heute haben wir uns, vergleichbar mit einer Schnitzeljagd, in Kleingruppen durch die Altstadt geschlagen und uns unsere eigenen Wege gebahnt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, mich schon recht gut auszukennen, auch wenn ich es immer noch nicht ganz verstanden habe, dass ich nun tatsächlich für acht Monate in dieser unglaublichen Stadt bin. Leider konnten wir nicht in das armenische Viertel hinein, dafür waren wir aber zufällig zur rechten Zeit an der Jakobus-Kirche, die normalerweise immer geschlossen ist: wir aber hatten Glück und durften einer armenischen Vesper beiwohnen. Auch diese Verschiedenheit ist Christentum.

Liebe Franca, dieses Foto habe ich extra für Dich gemacht 🙂

Den größten Teil der erzählenswerten Dinge werde ich wohl vergessen haben – aber ich so ist das Leben. Bis bald!

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Regina coeli laetare, Alleluja

  1. Das bedeutet mir sehr viel… 😀
    Schön, dass auch Dir die „kleine Dicke“ (= Dormitio) so gefällt.

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